Dienstag, 3. August 2010

Wild Westcoast

17.06.2010:

Nachdem wir die stark durchregnete Nacht trocken überstanden, hielt uns nicht viel in Westport. Wahrscheinlich war der anhaltende Nieselregen ausschlaggebend. Aber auch sonst gab es hier offenbar nicht viel zu sehen. Selbst unser Reiseführer beschränkte sich für Westport auf 1,5 Seiten. Zu erwähnen sei, dass hier in Westport eines der populärsten Biere Neuseelands gebraut wird - Monteiths. Aber macht nichts, wir haben ja schon die TUI-Brauerei auf der Nordinsel verpasst, also brauchen wir diese auch nicht "mitnehmen".

Nur wenige Kilometer außerhalb Westports besuchten wir als erstes Highlight an diesem Tag die Westport Seal Colony.



Der Kollege hier, dem wir beim Parkplatz begegneten, ist KEIN Kiwi. Jedoch hat er bis auf den fehlenden langen Schnabel eine ziemlich große Ähnlichkeit mit Neuseelands Nationalvogel.


Auch dieses schöne Exemplar kam mir endlich(!!) vor die Linse. Wen man auch unterwegs fragte: nur mit ganz viel Ausdauer gelang es manchem diesen Vogel zu fotografieren. Nicht ganz getroffen, aber er fechert seine Schwanzfedern gekonnt auf. Keine Ahnung wie, aber offenbar hat er ein Gespühr für Kamera-Auslöser. Genau dann war er nämlich meist vor der Linse verschwunden. Wir haben einige tolle Landschaftsfotos... tja, nur halt ohne das eigentlich fokusierte Objekt.

Der Sonne entgegen machten wir uns auf den Weg in Richtung Greymouth, stets unmittelbar entlang an der Westküste dem Highway folgend. Von Yvonne und Karsten erfuhren wir, dass es hier irgendwo zwischen Westport und Punakaiki (Pancake Rocks) eine schöne Wanderstrecke ins Inland mit der Möglichkeit eine Höhle zu besichtigen gebe. Wir verfehlten zunächst die Abfahrt am Fox River, machten jedoch alsbald kehrt. Vom Parkplatz ging es ca. 1,5 Stunden durch Regenwald, wir mussten zweimal den Fox River überqueren - ohne Brücke. Glücklicherweise hatte Mutter Natur an jenen Stellen einpaar Steine hinterlegt, mit denen wir uns einen provisorischen Damm durch den Fluss legen konnten - aber trotzdem "fussnass" wurden! *Brrrrrrr*


Nach einem nicht gerade einfachen Aufstieg sichteten wir den Höhleneingang. Genau genommen waren es zwei, jedoch war der zweite nahezu vollständig eingestürzt. Geschätzte 200m konnten wir in die Höhle vordringen, danach war Schluss.


Mehrere Stunden harrten wir ohne Essen und Trinken in der Höhle, nicht wissend wo der Ausgang war! ...Scherz! In einem 200m Schacht ohne Abzweigungen verlaufen? Nee.

Wir trotteten den selben Weg wieder zurück - diesmal ohne bei der Flussüberquerung nass zu werden und machten einpaar Minuten Rast, bevor es weiter zur nächsten Attraktion, den Pancake Rocks ging.


Es ist offenbar das Schicksal jener die ohne geführte Tour unterwegs sind, hier und da "zu spät" zu erscheinen. Okay, die Pancake Rocks wurden über Jahunderte durch Wind und Wasser geformt und waren nicht erst seit gestern da, aber dennoch verpassten wir die "spritzigen" Highlights bei High Tide (Flut) um knapp 1 Stunde - 6 Stunden warten bis zur nächsten Flut hörte sich jedenfalls nicht "berauschend" an. Also hielten wir unsere Augen und Ohren auf und versuchten zu erahnen wie hoch und kraftvoll die eintreffenden Flutwellen durch die Felsformationen brechen.

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