Mittwoch, 24. Februar 2010

Kauri Coast

21.02.2010:

Da es in der Gegend keine interssanten Sehenswürdigkeiten gab, wollten wir weiter zur Kauricoast reisen. Eine Landschaft die hinter jeder Kurve etwas besonderes bereithielt. Als hätte man in einer eher kargen Gegend mit nur wenigen Bäumen plötzlich so etwas erwartet:



Hierher kommt man hauptsächlich her, um die ältesten Kauriwälder zu bewundern. Die Liebhaber von ganz dicken Dingern unter den Baumknuddlern kommen auf alle Fälle auf ihre Kosten, vorausgesetzt man hat mindestens 8m lange Arme. Highlights dieses wundervollen Naturschutzgebietes (Waipoua Kauri Forest) sind der mächtige Tane Mahuta (Lord of the Forest, Waldgott der Maori), Te Matuha Ngahere (Farther of the Forest).

Der Tane Mahuta ist mit dem stolzen Alter von schätzungsweise 2000Jahren der größte lebende Kauri mit einer Holzmasse von 244,5 m³.


Te Matuha Ngahere ist mit einem Umfang von 16,4m der beleibteste von allen.

(Die waren wirklich groß! So groß, dass man nicht wusste wie man sie fotografieren sollte!)



Gelockt von einer angeprisenen geführten Nachtwanderung mit Kiwi-Besichtigungsmöglickeit schlugen wir unser heutiges Nachlager im Trounson Kauri Park auf (DOC Camingplatz). Der Trounson Kauri Park ist ein Zufluchtsort für betrohte Vögelarten. Da die Nachtwanderung leider ausgebucht war, ging wir mit Sigrid und Gregor auf 2-stündige Nachtwanderung. Dabei hörten wir den Morepork (NZ-Kuckuckskauz) und vermutlich eine Kiwi piepsen oder was auch immer das für unbekannte Geräuche waren...

Auf dem Rückweg kurz vor dem Camingplatz stießen wir auf ein Opossum. Diese niedlichen, süßen Tierchen, DIE DIE KIWI-EIER FRESSEN und deshalb gehasst werden.



Cape Reinga

20.02.2010:

Um 9 Uhr wurden wir am I-Site in Kaitaia abgeholt und schon ging es auf in den äußerten Norden. Unterwegs hielt wir ein paar Mal: Der erste Stopp war am Ancient Kauri Kingdom, wo eine Vielzahl an Holzwerkstücke aus Kauribäumen ausgestellt wurde. Da gerade Half-Tide (bei zunehmender Flut) eintrat, fuhren wir auf dem Hinweg über den Ninty-Miles-Beach (der eigentlich zur 74mls lang ist), weil am Nachmittag sonst Flut wäre. Am Ninty-Miles-Beach gab es außer Wasser, Sand und einer kleinen Insel mit einem "Hole in the Rock"(Motopia Island) nicht viel zu sehen.



Beim Te Paki Stream verliesen wir den Ninty-Miles-Beach und hielten an riesigen Sanddünen zum Sandboarden.



Nach einer frischen Sanddusche fuhren wir weiter zum Lunch in die Tapotupotu Bay, bevor es ans Cape Reinga ging.



Für die Maori ist Cape Reinga (Te Rerenga-Wairura) der Ort, an dem die Seelen der Verstorbenen ihre Reise in ihre spirituelle Heimat antreten. Hier treffen die Gewässer der Tasmansee und des Pazifiks aufeinander. (Da wo man die Wellen sieht, dort soll das sein...)


Irgendwie hatten wir das Gefühl am Ende der Welt angekommen zu sein.





Rückzu ging es über den SH1 vorbei an Rarawa Beach (Quarzweiser Sand) und Houhora Heads (Mt. Carmel) wieder nach Kaitaia.



Wie weit ist es denn noch?

19.02.2010:

Wir kamen dem nördlichsten Punkt Neuseelands immer näher. Da man uns abriet, selbst mit dem Van via Ninety Miles Beach zum Cape Reinga zu düsen, entschieden wir uns eine organisierte Tour mitzumachen. Die preiswertesten gingen ab Kaitaia los. Also lautete unser Ziel des Tages, einen geeigneten Platz mit 2 Übernachtungen nahe Kaitaia zu finden.

Am morgen brachen wir relativ zeitig vom DOC-Campingplatz auf und frühstückten mal in einer Bäckerei. Cornflakes sind ja ganz okay, aber es darf was anderes sein. Einfach lecker diese süßen Sachen hier. Es gab Carrot Cake und Croisants zu frischem Kaffee.

Gestärkt fuhren wir eine 2-stündige Bergtour via Kaitaia nach Kohukohu ins Landesinnere. Da es an diesem Tag ziemlich stürmig und die See rau war, hielten wir uns hier nur im wunderschönen Waterline-Café auf. Die Stühle sahen zwar aus, als hätte man sie in einer alten Schule mitgehen lassen, aber es war dennoch ganz gemütlich.



Auf dem Rückweg hielten wir in Kaitaia beim I-Site (Touristeninformation), um den für morgen geplanten Ausflug nach Cape Reinga (mit Harrisons Cape Runner) zu buchen und noch schnell Lebensmittel zu kaufen. Wir suchten uns also eine Übernachtung in der Nähe, damit wir es morgen nicht so weit bis zum Startpunkt des Ausfluges hatten, in Ahipara. Am Abend lernten wir ein nettes Paar (Sigrid und Gregor) aus Österreich kennen, welche gerade auf Weltreise waren und in Neuseeland halt machten und uns zwei Tage begleitete. Komischerweise - also wirklich zufällig, weil was kann man schon hier oben anderes machen - hatten sie für den nächsten Tag auch einen Ausflug nach Cape Reinga gebucht, allerdings bei einem anderen Anbieter.

Maitai Bay - ohne Cocktails

18.02.2010:

Nach soviel Entspannung *reusper* in den letzten Tagen, gönnten wir uns mal wieder etwas Action und fuhren knapp 200km auf die Karikari Peninsula, auf einen DOC-Campingplatz in der Maitai Bay. (Eine zugehörige Cocktailbar entdeckten wir jedoch nicht...)



Unterwegs hielten wir in der Matauri Bay, wo es außer einem Denkmal der Rainbow Warrior (Greenpeace-Schiff) nicht viel zu sehen gab. Die Rainbow Warrior wurde von französischen Agenten 1985 im Hafen von Auckland gesprengt und versenkt. Die Überbleibsel des Schiffes wurden hierher in die Gewässer der Cavalli Islands gebracht.


Weiter ging es über Mangonui (Großer Hai), Coopers Beach, Cable Bay und Taipa in der Doubtless Bay in Richtung Karikari Peninsula. Die Doubtless Bay verdankt ihren Namen eines gewissen James Cook, der in seinem Logbuch vermerkte das dieses Gewässer zweifelsfrei eine Bucht sei: "doubtless a bay".

Unser Abendessen des Tages fingen wir selbst - es gab frische Muscheln in Tomatensauce á la Christian und ein Gläschen Pinot Gris vom The Fat Pig Vineyard.

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16.02.2010 und 17.02.2010:

Tu' was! Getreu diesem Motto hielten wir heute nach potentiellen Jobs Ausschau. Erste Anlaufstelle war auf eigene Faust (und aus eigenem Interesse) eines der vier bekannten Weingüter der Region: The Fat Pig. Hier konnten wir bei der Weinverkostung einpaar Tipps entlocken. Weiter ging es zum "Loan and income", dem neuseeländischen Arbeitsamt, welches, wie erfuhren, auch einen kleinen Bereich für Saisonarbeiter und Work&Traveler bereithielt. Dort konnten wir uns in eine Liste eintragen, wo bei Bedarf von Farmen, Obstbauern oder Winzern entsprechend nachgefragt wurde. Auch bewarben wir uns im örtlichen Supermarkt (vgl. Kaufland) sowei beim Kerikeri Bakehouse und der Orangewood Ltd., die mehrere Kiwi-Plantagen betreibt.

Bei soviel Öko, kochten wir uns zum Abendessen eine frische Broccolie-Creme-Suppe. Morgens gab es eh schon frische Bananen, Nektarinen und Kiwifrüchte. (Wir vermuten, dass in Supermärkten absichtlich italienische Kiwifrüchte ausgelegt werden, damit auch der letzte kappiert, dass nur neuseeländische Kiwifrüchte wirklich schmecken! Die italienischen waren jedenfalls noch schlechter als Gurke im Geschmack!)

Kerikeri

15.02.2010:

Am morgen waren nochmal bei den Waitangi Treaty Grounds, einfach um mal Touri-Massen live mitzuerlebnen. Nein, natürlich wollten wir die Maori Performance Show sehen, da diese am gestrigen Abend nicht extra für uns beide aufgeführt wurde.

Danach sind wir nach Kaikohe, was wir auch hätten sparen können, da es hier in der City nur 2nd Hand läden und auch sonst eher trostlos aussah. ABER! Countdown und The Warehouse gab es hier. Tolle Sache. Wir investierten in einen Ventilator und Lautsprecher, damit wir auf den abgelegenen Campingplätzen auch mal Stimmung machen können. *boom boom boom*

Ziel des Tages (auf Empfehlung einer Reisenden vom letzten Campingplatz): Padoga Lodge in Kerikeri. Ein buddistisch angehauchtes Flair lag hier deutlich in der Luft. Das roch nach Entspannung und 3 Tage Check-In.


Am abend sind wir noch zu dem nur 15 Minuten entfernten Stone-Store, dem ältesten Steinhaus Neuseelands, gewandert. Hier gibt es die Sorte von Gütern, die früher in diesem Laden gehandelt wurden: Musketen (á 8 Schweine) und Decken (á 1 Schwein). Auch besuchten wir Rewa's Village, einem nachempfundenen präeuropäischen Maoridorfes.

Waitangi Treaty Grounds


14.02.2010:

Auch heute war es wieder sehr warm - gefühlte 30°C und mehr. Am späten Nachmittag, wo es etwas kühler wurde, wanderten wir den "Waitang - Haruru Falls Mangrove Walk" (5km one way). Waitangi, der Geburtsort von Neuseeland (im Gegensatz zu Aotearoa) nimmt einen besonderen Platz in der nationalen Psyche ein. Am 6. Februar 1840 wurde erstmals ein Vertrag zwischen Maori-Häuptlingen und der Britischen Krone unterzeichnet. Der Vertrag ist ein Abkommen zwischen beiden Völkern "to live and work in one nation. It guarantees the rights of Maori and non-Maori citizens in Aotearoa New Zealand", erklärt jedoch die Souveränität Großbritanniens.


Der Ort der Vertragsunterzeichnung, die "Waitangi Treaty Grounds", war somit Pflicht auf unserer Wanderung. Dieser war direkt über den Wanderweg erreichbar, sodass wir unsere eigentlich als Rundweg mit Abendessen in Pahia gerne änderten und zu den Treaty Grounds eintraten. Das Schlechte: $20 per Adult, no discount for students. Das Gute: freier Eintritt für alle neuseeländischen Bürger, was wir ja, wenn auch nur befristet, momentan sind. Wie gut das wir unseren Reisepass (zum Visumsnachweis) bei Wanderungen vorbildlich mit uns führen (...und das auch zukünftig werden). Toll war natürlich auch, dass die ganzen Touri-Busse bereits abgereist waren und wir bis zur Schließung noch knapp 1,5h alleine auf dem gesamten Areal verbringen konnten. Und wenn die Zeit zu knapp werden würde, dann könnten wir auch morgen wiederkommen - freier Eintritt natürlich. This is it!


Wohl wissend, dass wir die 5km zurück "wandern" durften, verließen wir die Treaty Grounds gegen 19Uhr. Wir wollten ja am heutigen Valentinstag noch "fein Essengehen". Dazu lud uns das "Only Seafood" ein (naja, bezahlen mussten wir natürlich selber), wo es Snapper an regionalem Gemüse bei Senfkörner-Irgendwas-Lecker-Marinade und knusprigen Fritten gab.

Das Hundertwasser Klo

13.02.2010:

Obwohl es heute ziemlich warm war, wollten wir wenigstens einen kleinen Ausflug in die nähere Umgebung machen. Kawakawa, bekannt für das vom österreichischen Künstler Friedensreich Hunderwasser entworfene "öffentliche Örtchen".




Er lebte von 1973 bis zu seinem Tod 2000 auf einer abgelegenen Farm in der Nähe von Kawakawa. Unser Reiseführer empfahl das Café gegenüber den Toiletten für einen kleinen Imbiss. (In Cafés gibt es allgemein ein erstaunlicherweise gutes Preis-Leistungsverhältnis) ha



Weil unser Stromkabel für die elektrische Kühlbox den Geist aufgab, mussten wir noch bis nach Kerikeri um dieses auszutauschen. Da wir hier aber eh noch hinwollten, hielten wir uns nicht lange auf.

Auf in den Norden

12.02.2010:

Nach unserem Abstecher zu den Poor Knights Islands ging es heute weiter in Richtung Norden zur "Bay of Islands". Unsere Route führte vorbei an Helena Bay zum abgelegenen Mimiwhangata Costal Park, einem tollen Küstenabschnitt. Der Weg dorthin war einspurig und sehr steinig.



Nach einem kurzen Stopp ging es weiter entlang einer alten Küstenstraße (Russell Road) mit wunderbaren Panorama-Aussichten.



In Rawhiti, einer Ngapuhi-Siedlung, hielten wir an, um einen Eindruck zu gewinnen, wie es ausschaut, wenn sich das Leben noch um die Marae dreht. Von der Marae waren wir allerdings enttäuscht.


Russell, ein historisches Örtchen, welches die erste europäische Siedlung auf "Aotearoa".
Hier tankten wir zu fast schon utopischen Preisen: $1,279/L - vielleicht waren wir aber auch einfach nur verwöhnt. Am Hafen informierten wir uns über Ausflugsziele in der Bay of Islands. Favorit war ganz klar ein Tagesausflug mit der R. Tucker Thompson, einem alten Segelschiff. Jedoch hielt uns der stolze (gestiegene) Preis von $140 p.P. zunächst davon ab. Jedoch scheinen die vergleichsweise hohen Preise durch den Tourismusboom hier in der Bay bedingt zu sein. Vielleicht kommen wir ja nochmal hierher und hauen dann unser restliches Geld auf diesem Schiff auf den Kopf... Leinen los! :)



Da es zunehmend ungemütlicher wurde und starker Niederschlag von Süden im Anmarsch war, entschlossen wir uns eher weiterzufahren, da wir eine abgelegene Route durch Wälder nach Pahia, unserem Tagesziel, nehmen wollten. Über Stock und Stein und zusätzlich motivierendem Platzregen erreichten wir am späten Nachmittag Pahia, wo wir uns zunächst orientierten und nach einer Übernachtungsmöglichkeit ausspähten. Fest stand, hier bleiben wir 2-3 Tage. Pahia gilt als Pforte der Bay of Islands. Von hier gehen viele Schifftouren ab.

Ziel des Tages: Haruru Water Falls Motel, mit dem guten GlaUben da seien Wasserfälle in der Nähe. Nun, sie waren sogar ziemlich Nahe. Ein toller Platz für 3 Übernachtungen.


Sonntag, 14. Februar 2010

Perfect Day

11.02.2010:

Dieser Tag sollte ein perfekter Tag mit der Tour "Perfect Day - Ocean Cruise" werden. Wir machen uns also zeitig (7Uhr) auf den Weg nach Tutukaka, da dort das Schiff zu den Poor Knights Islands ablegt.

An Board angekommen, wurden wir von einer freundlichen Crew begrüßt und über die Sicherheitsanweisungen belehrt.


Nach kurzer Zeit auf dem Wasser sahen wir Land in Sicht. Das müssen wohl die ersten Inseln von Poor Knights sein. Später erfuhren wir das sie "High Peak Rocks" und "Sugarloaf Rock" hießen.


Am Tauchparadies angekommen hüllten wir uns in ein "Ganzkörperkondom" (sog. Neoprenanzug), um bei den Temperaturen im Wasser nicht zu erfrieren und uns auf die Unterwasserwelt einzulassen.



Leider hatten wir keine Unterwassserkamera dabei, um euch die wundervolle Unterwasserwelt mit Korallen und eine Vielzahl von farbenfrohen Fischen vor der Aorangi Island zu zeigen. Dafür müsst ihr euch schon selber hierher begeben. ;-) Ich schnorchelte durch die ganze Bucht ohne es zuvor jemals versucht zu haben.

Ein paar Meter weiter die Küste entlang lag die größte Meereshöhle der Welt "Rikoriko-Cave" mit einer unbeschreiblichen Akustik.

Wenn man aus der Höhle in den Pazifik schaut sieht man das hellblau schimmerde Wasser. Es ist wunderschön!


Auf dem Rückweg ging es einmal um die Insel herum. In diesem Naturreservat leben Graumantel-Sturmtaucher und andere seltene Vogelarten. Die Inseln selbst darf man nicht betreten.


Obwohl wir keine Dephine oder Wale gesehen haben, zeigte sich uns zweimal ein Mantarochen. Leider viel zu kurz um ein Foto zu machen.

Geschafft am Hafen angekommen sind wir in unser Camp gelaufen, um dort schnell zu Essen und den restlichen Tag auszuspannen. Ein perfekter Tag!