Sonntag, 7. Februar 2010

Along the road to Whangarei

06.02.2010:

Als Ziel uebers Wochenende hatten wir Whangarei ausgesucht. Vorher sind wir aber noch etwas kreuz und quer durchs Landesinnere "gecruist". Nach einem kurzen Stopp beim Supermarkt um frische Nahrungsmittel aufzufuellen sind wir dann in den Whangerei Top10 Holiday Park abgebogen, wo wir nun auch mal wieder eine Verbindung zur Außenwelt via Internet haben, um euch von uns zu berichten.


05.02.2010:

An diesem Tag konnten wir nicht so gut durchstarten wie an den Tagen zuvor. Der Grund: die Autobatterie hatte sich Dank des Radios, welches gestern abend während des Scheibentönens lief, entladen. Glücklicherweise konnte uns der Besitzer des Camps mit einem "Jump Start" weiterhelfen. Mit aufgeladener Batterie ging es auf Schotterwegen entlang der Küste via Mangawhai Heads und Langs Beach nach Uretiti, wo das DOC (Department of Conservation) einen toll gelegenen Campingplatz mit Plumpsklo und Kaltwasserdusche für uns bereit hielt. Das i-Tüpferl war jedoch einer der schönsten und längsten Strandabschnitte (in der Bream Bay) den wir bisher gesehen hatten.



Was wir bei unserer 2h Wanderung am Strand entlang unter anderem erlebt hatten...




03.02.2010 - 04.02.2010:

Am heutigen Tag wollten wir entlang der im Lonley Planet beschriebenen Route zum Pakiri Beach, wo man ja auch zu Pferd am Strand entlang reiten kann. Das wetter lud irgendwie auch mehr zum Autofahren, als zum Wandern ein: wiedermal geschaetzte 30Grad im Schatten und das schon am fruehen Morgen. Da ist Wandern eher ungesund - fanden wir.



Auf dem Weg, der wirklich mehr ein Weg, als eine Straße war, ging es via Matakana, Sandspit, Snells Beach und Leigh nach Pakiri. Vorbei an idylischen Straenden und Buchten, die zu kleinen Stops einluden.


Nach unseren 2 Nächten im Survival-Camp wollten wir auch gerne mal wieder warm duschen und entschlossen uns die Nacht in Pakiri Beach zu verbringen. Der campingplatz lag außerhalb vom Ort, auch wieder ueber Schotterserpentinen direkt am Strand. Fuer nur 1€ konnten wir hier auch mal unsere Waesche waschen und trocknen. Irgendwie war ausruhen angesagt, denn die Hitze macht einem auch ohne viel Anstrengung zu schaffen. Selbst am Strand hielt man es nicht laenger als 1 Stunde aus. Aber die tollen Wellen liesen es uns nicht nehmen, dass im Van gefundene Surfboard auszuprobieren. Man braucht ganz schoen Kondition und unterschaetzt das Wasser schnell! Aber alles gut gegangen. Wenn auch mit viel Sand in der Hose. ;)



Um unser Waegelchen etwas sonnenunempfindlicher zu machen, haben wir die hinteren Scheiben bei abnehmender Sonne am Abend mit Folie getoent. Rina wollte auch gerne einen neuen Himmel im Auto haben. Okay, der alte sah nicht sonderlich schoen aus. Also kauften wir preiswerte Bettwaesche (war die billigste Art an viel und vorallem bunten Stoff ranzukommen) und schneiderten uns einen neuen Autohimmel. Pimp my car, sag ich nur!
Im Wesentlichen verhielten wir uns an diesen Tagen ruhig... :)
Die Gestaltung der Aktivitaeten zwischen regnerisch-kaltem und sonnig-heißem Wetter haben wir noch nicht ideal austueffteln koennen.

Die naechste Nacht durfte aber gerne wieder etwas preisbewusster sein und auch wollten wir nocht nicht direkt nach Whangerei fahren, sondern noch etwas "im Laendle" bleiben. So sind wir - immer die Anregungen aus dem Reisefuehrer im Blick - in Richtung Uretiti gestartet. Hier war erstmals richtig Campingbetrieb, was vermutlich an den guenstigen Preisen von $7 p.P.p.N liegt. Wir suchten uns ein schattiges Plaetzchen und verweilten am endlos wirkenden Strand. Wie mag da bloß der Ninety-Miles-Beach hoch im Norden ausschauen?


Unterwegs haben wir im Surfer-Paradies Langs Beach pausiert und uns die wagemutigen Surfer aus trockener Entfernung vom Strand aus betrachtet. Gigantische Wellen, wie man sie sich eigentlich immer im Sommerurlaub wuenschen wuerde! Aufgrund der Hitze, die auch an diesem Tag herrschte, sind wir nur einen Teil des als 2-stuendig ausgeschriebenen Trails am Strand entlang gewandert.


02.02.2010:

Nach der etwas durchregneten Nacht haben wir erstmal in Ruhe (auch mit den Enten usw.) gefrühstückt und sind dann nach Warkworth, die nächst größere Stadt, aufgebrochen. Hier mussten wir unsere Gasflasche an einer Tankstelle auffüllen lassen, da diese leer war, wie wir am Vorabend bei dem Versuch Wasser aufzuwärmen feststellten. In Warkworth selbst haben wir auf der Post gleich noch die nächsten 2000 km RUC gekauft (90$). Auf dem Rückweg zum Park ging es durch einen Kauri Park mit einem über 800Jahre alten Kauribaum (McKinney Kauri, 7,51m Umfang) und in eine Imkerei, die in der Region sehr bekannten Honig herstellt (Manuka Honey) und zu anderen Produkten verarbeitet.


Auf unserem Weg lag das im Reiseführer erwähnte Puhoi, mit der Glow-Worm-Grotto (Glühwürmchengrotte) was wir ebenfalls besuchten, dort aber leider keine Glühwürmchen sahen. Vielleicht war es einfach noch zu hell?


01.02.2010:

Dummerweise war hier der 1. Februar ein Feiertag (Auckland Anniversary), so dass wir etwas in Trouble gerieten, wegen der Autoversicherung. In Neuseeland gibt es zwar keine Versicherungspflicht, dennoch ist es ratsam eine Haftpflichtversicherung, bei der Anzahl an Lamborghinis und anderen diversen Sportwagen, die einem hier so entgegenkommen!!

Beim neuseelaendischen AA (vgl. ADAC) hatten wir leider kein Glueck, da sie uns zwar versichern wuerden, aber nur Ganzjahresversicherungen abschließen und die Praemie aufgrund unserer sog. "Overseas Drivers Licence" etwa $600 betragen wuerde. Nagut, try again! Man verwies uns auf die NAC Insurance und die State Insurance, aber die eine war wegen dem Feiertag nicht erreichbar und die andere wollte uns nicht versichern, eben wegen dem nicht-neuseelaendischen Fuehrerscheins und da wir keine physikalische Adresse in Neuseeland hatten. Letzteres war zwar das geringere Problem, da man uns im Aspen House anbot, die dortige Adresse angeben zu koennen und sie wuerden dann Unterlagen an uns weiterleiten.
Last but not least - haben wir eine sog. Traveler Versicherung (inkl. Feuer und Diebstahl) fuer $320 abschließen koennen, die fuer auslaendische Fahrer gedacht ist und vom BBH (Backpacker Hostels) angeboten werden. Bei dieser Versicherung koennen wir beide sogar das Auto fahren.



Mit schwerem Gepaeck ging es mit dem Bus, bei immernoch schlechtem Wetter, nach Takapuna. Wir konnten erstmals unsere Rain-Cover von den Rucksaecken testen! Bestanden! Fix das Auto gepackt und dann ging es auch schon los, auf der "falschen" Straßenseite in Richtung irgendwo... hauptsache erstmal ein Fahrgefuehl entwickeln und gucken, wie die anderen reagieren. ;)

Erster Stop: Milford Shopping Centre. Im "The Warehouse" (ich vergleiche es mal wie ein Mix aus MacGeiz+Preisbombe, nur groeßer) kann man Alltagsgegenstaende wie Wasserkocher und Toaster, aber auch Gardinen und Bettwaesche, Schuesseln und sowas kaufen. Eine KIK-vergleichbare Kleiderabteilung gibt es hier auch. Hier haben wir uns mit Campinggeschirr, Campingstuehlen und 2 Aufbewahrungskisten ausgestattet. Im angrenzenden Countdown, einem gut ausgestatteten Supermarkt. So wie Kaufland in Deutschland. Hier wurde im Wesentlichen Wasser und Konserven gekauft. Und was man sonst so an haltbaren Grundnahrungsmitteln benoetigt.

Naechster Stop: Tankstelle. Nicht schlecht, wenn man fuer weniger als 30€ (50 Liter Diesel) volltanken kann. Auch eine Grundreinigung stand hier erstmal an.

Vorletzter Stop war bei Mitre10 Megastore (vergleichbar mit einem deutschen Baumarkt). Dort haben wir unser fast wertvollsten Einkauf gemacht, d.h. elektric Cilly Bin (eine Kühltruhe fürs Auto -> eh wir wussten, wie das die Neuseeländer nennen, sind wir auch in jedem Shop gewesen) und einen Campingtisch zum Schnäppchenpreis.

Ziel des Tages: Reorganisieren der Fahrzeugausstattung und ein Campingplatz mit Distanz zu Auckland ansteuern.

Wir entschlossen uns fuer die naechsten beiden Naechte im Wenderholm Regional Park zu verbirngen. Das tolle an den Regionalparks: Man ist mittendrin in der Natur, statt nur dabei!
Die, nun ich nenne es mal "Buchung", erfolgt via eines Fernmelders, sah eigentlich aus wie ein Telefon, nur ohne Ziffernblock.

Step 1: Hoerer abnehmen und warten.
Step 2: Es wird automatisch eine Verbindung zum Park Ranger aufgebaut - wo auch immer der gerade lauert.
Step 3: Name, Anzahl Personen und Uebernachtungen (10$ pro Person und Nacht), Autokennzeichen und ggf. VISA-Kartennummer durchgeben. (Wenn Zahlung per Cash, dann liegen unter dem Briefkasten mehrere Umschlaege, wo man einen nimmt, die ID am Telefon durchgibt, das Geld einlegt und den Briefumschlag dann in einen vorgesehenen Schlitz einwirft. Vielleicht eine Art Rohrpost zum Büro des Rangers; wir wissen es nicht.)
Step 4: Auflegen und Spass haben.



So und nun das Schlechte, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, nur eben gewoehnungsbduerftig war: kein warmes Wasser, keine Steckdose (außer man ist clever und findet die einzig vorhandene im nicht verschlossenen Sicherungskasten der Dusch- und WC-Raeume...) und naja, eben die ungewohnte Natur. So nah! Wer fruehstueckt schon mit etwa 4-7 Enten, einpaar Spatzen und "komische" schwarze Vögel, die mehr am Boden rennen, als in der Luft fliegen. Achja, hin und wieder auf einpaar Möven. (Kleinere Tierchen hier mal aus der Betrachtung gelassen). Irgendwie war`s dennoch schoen.

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